Feminismus

Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, in der Frauen eine systematische Benachteiligung erfahren. Frauen verdienen immer noch rund ein Viertel weniger als Männer in Österreich. Das ist auf die ungleiche, traditionelle Rollenverteilung zurückzuführen, die Männer und Frauen in unterschiedliche Bereiche des Lebens drängt: Frauen wird immer noch eher beigebracht, dass sie fürsorglich sein und sich um die Kinder kümmern sollen.

Deshalb nehmen sie auch eher Berufe und Arbeitsverhältnisse an, die damit vereinbar sind: „Typische“ Frauenberufe, wie Kindergartenpädagogin oder Pflegerin, entsprechen genau diesem Bild und werden zudem systematisch schlechter bezahlt als „typische“ Männerberufe. Außerdem arbeiten Frauen wesentlich öfter in Teilzeit als Männer, um den Kinderbetreuungspflichten nachgehen zu können. Dadurch, und durch den Ausschluss von Frauen aus Spitzenpositionen, ergibt sich der große Unterschied im Einkommen.

Hinzu kommt, dass konservative Wertvorstellungen immer noch dazu führen, dass Frauen nicht selbstbestimmt über ihren Körper bestimmen können: Schwangerschaftsabbrüche sind zwar inzwischen straffrei gestellt, aber immer noch nicht überall in Österreich möglich. Verhütungsmittel sind nicht billig und liegen oft in der Alleinverantwortung von Frauen. Auch Gewalt ist immer noch ein Problem: Jede dritte Frau in Europa wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt durch Männer – in vielen Fällen sind die eigenen Partner die Täter.

Historisch gewachsene Rollenzuschreibungen und damit einhergehende Rechte und Pflichten führen dazu, dass Männer und Frauen in der Gesellschaft bestimmte Positionen einnehmen müssen, die vor allem Frauen benachteiligen. Diese sozialen Zwänge manifestieren sich gemeinsam mit den ökonomischen Zwängen in der strukturellen Unterdrückung von Frauen in unserer Gesellschaft.

 

Wo wollen wir hin?

In einer feministischen Gesellschaft zu leben, bedeutet, dass das Geschlecht als Kategorie nicht mehr zur unterschiedlichen Behandlung von Menschen führt: Es muss egal sein, ob man als Mann oder Frau geboren ist, wie man sich fühlt, kleidet oder leben möchte. Der Zwang, einem bestimmten Rollenbild zu entsprechen, muss wegfallen, ebenso wie die Behandlung, die man deshalb erfährt. Eine feministische Gesellschaft muss geprägt sein von dem Recht auf Selbstbestimmung: Frauen, so wie allen Menschen,  muss es möglich sein, dass sie selbstbestimmt über ihr Leben und ihren Körper entscheiden können. Das ist nur möglich, indem die gesellschaftlichen Zwänge aufgelöst werden.

 

Arbeit:

  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit! Die Lohnschere zwischen Männern und Frauen muss sich endlich schließen.

  • Frauen haben ein Recht auf Vollzeitbeschäftigung! Betreuungspflichten dürfen nicht länger vor allem an Frauen hängen bleiben. Diese sozialen Konventionen drängen Frauen ins Prekariat und in ökonomische Abhängigkeiten.

  • Aufwertung von schlecht bezahlten „Frauen“-Berufen: Rauf mit den Löhnen, vor allem im Sozialbereich!

  • Vereinbarung von Kind & Beruf muss Realität sein: Für einen Ausbau von gratis Kinderbetreuungsplätzen!

  • Gläserne Decke zerschlagen! Frauen brauchen mehr leistbare Weiterbildungsmöglichkeiten und Förderung in männlich dominierten Berufen.

Das Private ist Politisch:

  • Ernstnehmen sexueller Belästigungen: Po-Grapschen ist kein Kavaliersdelikt!

  • Ausfinanzierung und Ausbau von Gewaltschutzeinrichtungen und Frauenhäusern

  • Verhütung ist nicht nur Frauen-Sache! Wir fordern gratis Verhütungsmittel!

  • Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetz!

  • Hürden bei Schwangerschaftsabbruch müssen abgebaut werden: Es muss in ganz Wien für alle Frauen möglich sein, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen.

  • Essstörungen dürfen kein Tabuthema sein! Beratungsstellen müssen ausgebaut und bekannt gemacht werden!

 

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