Die Zahl der Lehrlinge und der offenen Lehrstellen sinkt. So bildet vergleichsweise nur mehr jeder 10. Wiener Betrieb überhaupt Lehrlinge aus. Und auch wer bereits eine Lehrstelle hat, kann immer weniger darauf vertrauen, nach der Lehre auch in den Betrieb übernommen zu werden. Seit Jahren ist zu beobachten, dass sich die Unternehmen immer weiter aus der Lehrlingsausbildung zurückziehen.

Der Staat hat mit einer Einrichtung von überbetrieblichen Lehrwerkstätten reagiert. Viele Unternehmen nutzen dies nun, um sich vor der Lehrausbildung (1. Lehrjahr) zu drücken, da der Staat mit Steuergeldern für sie Fachkräfte ausbildet.

Vor allem für Lehrlinge hat sich die Situation in den letzten Jahren verschärft. Für die Unternehmen sind die Gewinne gestiegen, während die Löhne gleich geblieben oder gesunken sind. Lehrlinge betrifft dies besonders, da sie ein sehr niedriges Einkommen haben und selten Prämien oder Sonderzahlungen erhalten.

 

Wo wollen wir hin?

Die Entscheidung, eine Lehre zu machen, darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängig sein. Jeder und jede, der bzw. die eine Lehre anstrebt, soll das aus freien Stücken können, und dementsprechend auch die Möglichkeiten dafür haben. Die Unternehmen müssen den Stellwert von Lehrlingen und ihre notwendige Rolle für unsere Volkswirtschaft erkennen. Fachkräfte fordern, aber selber nicht „fördern“ ist ein untragbarer Zustand!

Die Lehrausbildung im Betrieb muss dem Lehrling die Praxis seines Berufsbild vermitteln. Ein sauberer Arbeitsplatz gehört hier sicher auch dazu, jedoch darf und kann die Praxis in der Lehre nicht nur aus Putzen, Kaffee kochen und selbigen servieren bestehen!

Neben der Praxis darf aber auch die Vermittlung der Theorie nicht zu kurz kommen. Diese muss in modernen Berufsschulen lebendig und praxisnahe vermittelt werden. Neben der theoretischen Lehrausbildung darf auch die Schul-/Allgemeinbildung nicht zu kurz kommen. Politische Bildung in allen Schulstufen muss in Zukunft Realität werden und durch soziale/gesellschaftliche Kompetenzen ergänzt werden. Egal ob dies nun im Rahmen der SchülerInnenvertretung, der innerbetrieblichen Demokratie oder als Jugendvertrauensrat passiert. Als Grundsatz muss gelten: Nicht für die Schule oder die Wirtschaft bilden wir, sondern für das Leben und unsere Demokratie!

  • Die Vereinbarkeit von Lehre und Matura muss gewährleistet sein! Hürden und rechtliche Probleme im Detail müssen beseitigt werden! Lehrbetriebe sollen junge Menschen dabei unterstützen und fördern, wenn sie eine Matura anstreben.

  • MeisterInnenprüfung und der dazugehörige Kurs muss gratis sein! Eine höhere Ausbildung darf nicht von den eigenen finanziellen Mitteln abhängig sein.

  • Lehrlingsentschädigungen müssen erhöht werden!

  • Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, müssen in einen Fonds einzahlen, der überbetriebliche Lehrwerkstätten fördert!

  • Verlängerung der Behaltefrist und Verkürzung der Probezeit – der Status quo vor der Schwarz/Blauen Regierung soll wieder hergestellt werden!

  • Lehrlings-Freifahrt: Auch Lehrlinge sollen wie SchülerInnen die öffentlichen Verkehrsmittel gratis nutzen können.

  • Abschaffung der Ausbildungsübergabe! Die Kündigung von Lehrlingen in aufrechten Lehrverträgen muss verhindert werden! Die bestehende Möglichkeit der einvernehmlichen Lehrlingskündigung soll abgeschafft oder überarbeitet werden.

 

Berufsschule:

  • Politische Bildung in der Berufsschule in allen Lehrjahren!

  • Moderne, lebendige sowie praxisnahe und theoretische Lehrausbildung in der Berufsschule.

  • Modernisierung der Infrastruktur von Berufsschulen!

 

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